Schenkenberg. 2026 findet vom 17. August bis zum 12. September in Kyhna, Spröda und Laue die nächste internationale Sommerschule für Studierende der Restaurierung statt. Vier Studierenden aus internationalen Hochschulen wird dabei die Möglichkeit geboten, ihre in den Hochschulen erworbenes theoretisches Wissen im Rahmen von praktischer Arbeit an Objekten der Ausstattung in den drei barocken Kirchen zu vertiefen und zu erweitern. In den vier Wochen werden folgende Objekte in folgenden Kirchen in Angriff genommen:
Holztafelgemälde der Kirche Kyhna (17. Jahrhundert): Reinigung, Firnisabnahme, Festigung der Malschichten, Kittung, Dokumentation

Steinerner Taufstein (1591) in der Kirche zu Laue: Festigung, Reinigung sowie Demontage, Entsalzung und Wiederaufbau des Sockels; 3D-Dokumentation + Festigung einer stark wasserempfindlichen Wandmalerei, Dokumentation
Barocke Wandmalerei und Inschrift in der Kirche zu Spröda: Festigung und Ergänzung von Fehlstellen
Organisator ist – wie schon in den letzten Jahren – Diplom-Restaurator Oliver Tietze aus Leipzig (Foto: Andreas Bechert). Er sagt: „Unsere Sommerschule geht dabei über ein reines Praktikum hinaus: In Ergänzung zur praktischen Arbeit an den Objekten gibt es Seminare die die Themen, wie Restaurierungstechniken, Materialien und kunsthistorische Zusammenhängetheoretisch vertiefen.“ Geplant sind außerdem Exkursionen zu weiteren Kulturdenkmalen und Museen der Umgebung. Auf dem Programm stehen dabei u. a. die Stadtkirche St. Peter und Paul sowie das Barockschloss in Delitzsch und die Kirche in Löbnitz mit ihrer eindrucksvollen Bilderdecke. Dies alles bietet Einblicke in die regionale Kultur und Geschichte und vertiefte Einblicke in interessante Restaurierungsprojekte. Es wird das Hauptziel der Kirchgemeinden, nämlich die Erhaltung und Restaurierung ihrer Kirchen, mit Bildung kombiniert. Oliver Tietze: „Dabei funktioniert die Bildung nicht nur in eine Richtung, vom Lehrenden zum Studierenden, sondern auch umgekehrt. Die Teilnehmer bringen aus ihrer Hochschule andere Sichtweisen und Techniken mit, die die regionale Fachwelt anregen und bereichern.“
Ein wichtiger Nebenaspekt („Kollateralnutzen“) der Sommerschule wird die Begegnung und der Austausch – sowohl unter den internationalen Teilnehmenden als auch mit den Bewohnern der Region – sein. Die Einbindung der Dorfgemeinschaften soll das kulturelle Leben vor Ort bereichern und das Bewusstsein für den Erhalt des gemeinsamen Erbes stärken. Oliver Tietze: „Die Bewohner unterstützen das Projekt, indem sie z. B. Unterkünfte bereitstellen und aktiv am Austausch teilnehmen.“ Pfarrer Matthias Taatz ist von der Idee immer wieder begeistert: „Ich freue mich, dass die internationale Sommerschule für angehende Restauratoren hierher zu uns ins Kirchspiel Schenkenberg kommt. Es gibt uns die Möglichkeit, die sakrale Ausstattung und Gegenstände in drei Kirchen zu untersuchen, wertzuschätzen und vielleicht das eine oder andere zu tun, dass der Verfall gestoppt wird – vielleicht auch einen Fahrplan zu erarbeiten, wie eine umfassende Restaurierung aussehen kann.“ Die Kirchen stehen während der Arbeiten den Bewohnern und Besuchern offen. Wie in den letzten Jahren wird es wieder den Restauratoren-Stammtisch und offene Werkstattabende geben. Mit von der Partie wird auch Dipl.-Restauratorin Christina Neubacher sein, die sich seit gut drei Jahren um die Konservierung und Erhaltung der Vasa Sacra aus dem Pfarrbereich Schenkenberg kümmert.
Den Abschluss der internationalen Sommerschule 2026 bildet ein gemeinsames Beisammensein mit Gesprächen, Speisen und Getränken, bei dem die Arbeit an den Objekten vorgestellt wird. Träger des gesamten Events ist das Evangelische Kirchspiel Schenkenberg und ein Großteil der Gesamtkosten förderte die Europäische Union über das Programm LEADER im Delitzscher Land. Andreas Bechert
